Zu hoher Preis?

Wie hoch ist der Preis für Farb-/Zeichnungsmorphen des Python regius?

Mein Interesse für Morphen des P. regius die meines erachten nach in ihrem erscheinen für mich noch vertretbar sind und der Wildform noch recht nahe kommen ( wenn auch mit etwas Phantasie ) kann auch ich nicht leugnen.

Nach dem wälzen unzähliger Bücher und Artikel, nächtelanger Recherche im Internet, fiel zum Schluß  die Wahl  auf einen Pinestrib oder Spider.  Bestärkt wurde mein Interesse für den Spider mit Aussagen, gelesen in dem Buch von Kevin McCurly,  das  gerade der Spider sehr neugierig, interessiert und  „aufgeschlossen“ sei und dadurch auch  in der Regel  unproblematisch an das Futter geht

Mein Vorhaben war somit also besiegelt, es muß ein Spider sein. Also  machte ich  mich auf die Suche nach Anbietern dieser Variante.

Spider gibt es noch relativ wenige in Deutschland. Bei meinem Blick über den großen Teich, in die  USA, habe ich extrem viele Anbieter bzw.  Züchter gefunden die diese Tiere vermehren und zu deutlich günstigeren Konditionen anbieten

Also, Taschenrechner raus und rechnen. Ergebnis = für ein Tier rechnet sich der Eigenimport nicht.

War mir eigentlich auch recht da ich meine Tiere lieber abhole um auch so einen Einblick zu erhalten wie die Tiere gehalten werden. Auch kann man so gleich vor Ort noch Sachen bzw.  fragen  klären.

Also, wieder suche im Internet, anfragen bei Händlern in der Nähe. Wenig Erfolg. Es sollte ja ein Weibchen sein und vom äußeren erscheinen her hatte ich auch schon eine gewisse Zielsetzung.

Nach einiger Zeit hatte ich vier Anbieter gefunden welche mir auch Bilder schickten. Der eine  viel aus, weil es  nur  Männchen waren. Der zweite war so teuer das ich dafür fast einen Piebald bekommen hätte. Der dritte saß leider in Dänemark

Der vierte Anbieter hatte genau das Tier wie es meinen Vorstellungen und meinem finanziellen Budget nahe kam.

Nach kurzer Terminabsprache mit dem Händler machte ich mich also bewaffnet mit einer Styroporbox auf ins Sauerland an die hessische Grenze.

Ab hier verkürzen wir mal

Angekommen außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten war kein Problem

Netter Empfang

Tiere waren, oberflächlich betrachtet, ordentlich untergebracht.

Da der  Chef nicht vor Ort  war hat die etwas zäh fliesende Abwicklung der Formalien Zeit gekostet was aber dennoch  klappte

Das Tier also verpackt und vom Händler wurde noch ein Heatpack gesponsert.

Im großen ganzen also „so la,la “

Zu Hause angekommen, es war mittlerweile Nachts und ich von dem ereignisreichen Tag leicht gezeichnet, wurde der Neuzugang nur schnell versorgt und zog in sein neues Zuhause.

.Mein erster Blick an diesem Tag galt nicht meiner Frau ; -) sondern meiner Neuen.

Der nächste Tag:

Meine Freude wich schlagartig und wurde zur Fassungslosigkeit nach dem ich einige zeit das Tier im Becken beobachtete. Sie war sehr agil und wuselte quer durch Becken. War neugierig und züngelte ausgeprägt vor sich hin

Das geschehen das meine Freude wichen lies war als sie sich  beim Versuch  die Scheibe  senkrecht hoch zu schieben plötzlich mit  überstrecken  Kopf  sowie etwa einem drittel des Vorderkörpers  nach hinten verdreht und dies mit einem Korkenzieher ähnlichen Bewegungsablauf beendete.

Man könnte es  beinahe als krampfen bezeichnen

Eben so schien die Koordination bei der Fortbewegung etwas gestört

Die Pupillen welche ja bei Lichteinfluss eher Schlitzförmig sind waren bei diesem Tier aber fast kreisrund. Trotz strahlen mit einer Taschenlampe (Pupilienrefextest)

Dieses Verhalten zeigte das Tier noch einige male an diesem Tag.

Also, beschloss ich einen  TA zu involvieren, da mein Verdacht sofort auf IBD viel da diese Symptomatik dafür eigentlich klassisch ist.

Der TA tippte eher auf eine bakterielle Infektion und schloss IBD vorerst aus da in der BRD eigentlich keine gesicherten Fälle bei  Python regius vorliegen.

Meine Anfrage wurde auch prompt beantwortet nur damit hätte ich im Traum nicht gerechnet: 

Eh ich nun in die Behandlung des Tieres einging wollte ich erst mal den Verkäufer befragen und schilderte ihm in einer Mail meine Sorgen und die Symptomatik die das Tier zeigt.

Hallo,
ich würde mir da keine Gedanken machen. Dieses Verhalten tritt bei der Variante Spider recht häufig auf. Bei den Amerikanischen Züchtern heißen diese Tiere Spinner. Ich habe mich erst gestern Abend mit unserem Züchter darüber unterhalten.

Den Tieren fehlt nichts. Die Ursache für dieses Problem ist nicht wirklich bekannt. Die Tiere fressen sehr gut und das beste, sie paaren auch sehr gut.

Wenn Sie das Tier lieber wieder zurück geben möchten kann ich das verstehen und werde es demnach natürlich auch zurück nehmen.

MFG

Nur  eine der möglichen Folgen in der Morphenzucht (Extreme Inzucht)!

Hallo?! Dem Tier fehlt nichts? Es zeigt ja nur schwerste neurologische ausfälle. Das ist normal? Häää?!

Das Angebot des Händlers ist ja schon mal nicht wirklich schlecht. Nur wollte ich ja einen Spider!

In weiteren Mails stellte sich dann aber heraus das ich das Geld definitiv nicht zurück erhalten werde, sondern ein Ersatztier erhalten könnte  oder aber alternativ ein Albino regius.

Um nun nicht sofort mit harten Geschützen aufzufahren und einen zähen Juristischenweg eingehen zu müssen habe ich die Option gewählt ein Ersatzstier zu erhalten.

Das Tier wurde umgehend am Montag zurückgebracht und der Händler stellt mir unproblematisch eine Gutschrift aus. Nun warte ich natürlich gespannt auch die Neue. Sicher mit der Angst das  sie die gleichen Symptome zeigt. Gespannt, aber ob diese  dann  stärker oder schwächer oder überhabt vorhanden sind.

Mittlerweile habe ich einige Leute, auch Züchter in den USA, angeschrieben oder angerufen um mehr über diese Schädigung zu erfahren. Von den meisten habe ich Antwort erhalten.

Einzigst von  den deutschen “Züchtern,?” welche  die Pythoninae  im Visier haben, habe ich eine Mail erhalten die schon traurig ist und sinngemäß zum Inhalt hatte:

“Wir bitten um Ihr Verständnis, dass unser Know How und der Service jederzeit beratend Hilfestellung zu leisten, ausschließlich unseren Kunden zur Verfügung steht”

Selbst ein großer bzw. der größte Königspython Händler hier in Deutschland hat mir bereitwillig, freundlich und ehrlich meine fragen bezüglich dieses Themas in einem telefonischen Gespräch beantwortet.

die Problematik das der Königspython in der Variante Spider derartig neurologische Ausfälle zeigt ist seit einigen Jahren bekannt! Diese ausfälle sind von Tier zu Tier unterschiedlich stark, bei dem  einem zeigt sich nur ein leichtes Kopfwackeln bei anderen kann es  zu der extremen Ausprägung  kommen wie in meinem Fall. Dazwischen sind alle Abstufungen möglich.

Fazit ist:

Eine Besserung tritt in seltenen Fällen ein. Eher ist mit einer Manifestation zurechnen. Mir wurde gesagt das sich dies nicht rezessiv vererbt da es sonst nicht so viel Spider wären die diese Symptomatik zeigen.

Einer der Züchter aus den USA schrieb auf eine Frage hin.

“That is a common problem with spiders, ( some ) have a very bad "wobble" and shake..............I would hope that the breeder did not send this spider that was "so bad" on purpose.

 This problem has been know for a couple years bow with the spiders.”

So nun aber zu meiner anfänglich gestellten Frage zurück:

Wie hoch ist der Preis für Farb-/Zeichnungsmorphen des Python regius?

Gut ich darf den Finger eigentlich nicht heben oder entrüstet mit Steinen schmeißen schließlich bin ich mit dem Kauf solcher Tiere  mitschuldig und ein Teil der diesen gigantischen Markt fördert und nährt!

Ich denke er ist einfach zu hoch. Vor allem der Preis den die betroffenen Tiere zahlen.

Es werden fahrlässig fast schon vorsätzlichen Tiere erzeugt die nicht wirklich gesund sind. Das ganze nur im Kommerzielleninteresse.

Nur hätte ich vorher darüber etwas gewusst dann hätte ich garantiert die Finger davon gelassen. 

Es wird in keinem der mir bekannten “ literarischen “ Werke die sich mit dem Königspython befassen auf solche negative Anomalien eingegangen oder auch nur erwähnt.

Das Problem hier ist, so denke ich, das es keinen Verband o.ä., vergleichbar mit Hunde- Zuchtvereinen die auf solche Folgeschäden achten gibt. Bei Hunden oder Katzen weis z.B. jeder das weiße Tiere mit unterschiedlichen Augenfarben häufig taub sind. Mit solchen tauben Tieren darf auch nicht mehr gezüchtet werden.

Beim Königspython ist das anders hier noch mal Zitat aus der Mail:

“Die Tiere fressen sehr gut und das beste, sie paaren auch sehr gut.”

DSC00665
DSC00664
DSC00670
DSC00663
DSC00669

Geschildertes Phänomen leider nicht in der aus extrem Form

SpiderWobbleHead_3664
SpiderWobbleHead_3666
SpiderWobbleHead_3669
Spider_3749
Spider_3773
Spider_3775
Spider_3788
Spider_3802
Spider_3805

Für die Möglichkeit dies Phänomen in seiner vollen Form auch zeigen zu können danke ich Corey Woods der mir die Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Thanks Corey
 and greetings from Germany !

Ebenso ein Privater Webseitenbetreiber mit einer beachtlichen Anzahl von in Deutschland noch sehr raren Farbmorphen und einem erstaunlichen Wissen aus der Szene, hat meine Fragen und noch einiges mehr beantworten. Leider möchte er nicht namentlich genannt werden da er doch Nachteile oder Repressalien  aus seiner Offenheit befürchtet.

Wird auch gerne als “Linienzucht” bezeichnet.